WARUM IST TAUCHEN AUF DEN GALAPAGOS INSELN SO BESONDERS UND EINZIGARTIG?

 

Charles Darwin bezeichnete die Galapagos Inseln als “lebendiges Labor der Evolution”. Auf den Inseln sind über 40% der Arten von Flora und Fauna endemisch oder einzigartig.

 

Tauchern sind die Galapagos als Großfisch-Tauchparadies bekannt. Hier wurden bereits über 30 verschiedene Haiarten identifiziert. Die wohl für Galapagos bekanntesten Haiarten sind Hammer-, Galapagos-, Seiden-, Schwarzspitzen- und Weißspitzenhaie. Galapagos besitzt sogar besonders geschützte Gebiete in denen sich kleine Baby-Hammerhaie tummeln, geschützt vor vielen Gefahren.

 

Es ist einer der wenigen Orte an dem Taucher mit Walhaien tauchen können und nicht nur schnorcheln. Auf den Galapagos sind die wirklich riesigen Walhaie zu finden – im Gegensatz zu vielen anderen “Walhai-Hotspots”. 97% der hier gesichteten Walhaie sind ausgewachsen und können ohne Probleme 15 Meter lang sein. Viele Taucher können die Größe gar nicht glauben, da sie bisher nur mit jungen Walhaien (bis zu 8 Metern) geschwommen sind. Und das ist nicht die einzige Besonderheit der Ozean-Riesen. Hier auf den Galapagos sind im Zeitraum von Juni bis Oktober fast ausschließlich Walhai-Weibchen zu finden. Was tun so viele Weibchen an einem Ort? Sie kommen nicht nach Galapagos wegen der Nahrung, denn ihr Maul ist gewöhnlich geschlossen. Aufgrund der Abwesenheit der Männchen wird auch Paarung als Grund ausgeschlossen. Was Wissenschaftler beobachten, ist das der Bauch der Walhai-Weibchen außergewöhnlich dick erscheint. Forscher vermuten, dass es einer DER Orte sein könnte, an dem Walhaie ihre Jungen gebären. Viele Geheimnisse umgeben den größten Hai aller Zeiten nach wie vor! Galapagos ist und bleibt ein einzigartiger Ort mit vielen Geheimnissen!

 

Eine weitere Besonderheit ist die schiere Vielfalt die diese Inseln zu bieten haben – und in diesem Artikel spreche ich nur von der Unterwasserwelt. Betrachten wir die Möglichkeiten zusätzlich an Land ist es ein Traum-Urlaubsziel, was kaum zu schlagen ist!

 

„Die Bucht wimmelte von Tieren; Fische, Haie und Schildkröten strecken überall ihre Köpfe heraus. “ (Charles Darwins Tagebucheintrag 17. September 1835)

 

Tauchen mit Riesen Mantas, Meeresechsen (welche nur in Galapagos zu finden sind) unter Wasser beim Fressen beobachten oder ein Safety Stopp mit Delfinen. Selbst der größte aller Delfine, der Orca, wird regelmäßig auf den Galapagos gesichtet. Hast du schon einmal den bizarr aussehenden Mondfisch aus der Nähe gesehen? Und natürlich sollten wir die Grüne Meeresschildkröte, welche vom Aussterben bedroht ist, verspielte Seelöwen, verschiedene Walarten und Pinguine nicht vergessen!

 

Ja, du liest richtig! In Galapagos ist es sogar möglich mit Pinguinen zu tauchen! Warum ist eine so große Vielfalt an Tieren gegeben – die einen, welche wärmere Gewässer bevorzugen und andere, welche die Kälte lieben?

 

Die Galapagos Inseln liegen über 1000 km von der ecuadorianischen Küste entfernt im Pazifischen Ozean und sind von verschiedenen Strömungen umgeben. Vom Norden kommt ein warmer Strom, hauptsächlich der Panamastrom. Und vom Süden kommen die eiskalte Gewässer aus der Antarktis. Die kalten Strömungen, hauptsächlich der Humboldt- und Cromwell-Strom, sind sehr reich an Nahrung. In Galapagos treffen diese Ströme aufeinander und vermischen sich. Je mehr Nahrung ein Ort zu bieten hat, umso attraktiver ist er für Fische und Säugetiere. Galapagos bietet damit kalte Gewässer, in denen Pinguine, Molas und Meeresechsen anzutreffen sind und wärmere Strömungen, in denen sich zum Beispiel subtropische Fisch und auch der Walhai Recht wohl fühlen.  Diese Inselgruppe ist damit die einzige, welche am Äquator liegt und unter dem Einfluss von Strömungen aus der Antarktis steht und damit die Voraussetzung für eine Fülle an Leben bietet.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt warum Galapagos diesen schieren Reichtum an Tieren zu bieten hat, ist dass die Inseln seit 1959 zum Nationalpark erklärt und damit geschützt sind. Seit 1978 zählen die Inseln zum Weltnaturerbe der UNESCO und 1986 wurden die Gewässer um die Inselgruppe herum erstmalig zum Galapagos Marine Reserve erklärt. In 1998 wurde ein Sondergesetz erlassen, in dem kommerzielle Fischerei, einschließlich Haifischfang und Langleinen-Fischerei, verboten wurde. Aktuell wird bereits diskutiert die Reichweite des Marine Reserve mehr als zu verdoppeln. Die Galapagos Inseln bieten damit hervorragend geschützte Voraussetzungen für das Überleben vieler Tierarten – sowohl unter Wasser als auch an Land. Die Inseln sind ein perfekter Ort, der sowohl Schutz, als auch genügend Nahrung bietet.

Die Galapagos Inseln wurden bekannt, da sie einen unglaublichen Reichtum an großen Fischen, Haien und Säugetieren bieten. Und doch ist es die riesige Vielfalt an Tieren, die Besonderheit, die es einzigartig macht. Die Inseln sind für viele Taucher ein Traumort, der seine Magie unter Wasser und an Land entfaltet.

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